Erlebnisbericht zum Training in der Lo Man Kam Federation in Taiwan

Unterricht beim Neffen des berühmten Yip Man

 

Lo Man Kam teachs Marc DebusWie ist das Training in einer der Schulen, die noch von einem langjährigen Schüler des berühmten Großmeisters Yip Man geführt werden? Diese Frage hat sich sicher mancher Kampfkünstler bereits gestellt. Lo Man Kam hat nicht nur 10 Jahre Training bei Yip Man genossen,  sondern er ist auch noch der Neffe des letzten Großmeisters. Erste Eindrücke und Training erhielt er bereits in Foshan, Zentralchina, als er noch ein Junge war und Yip Man noch nicht in Hong Kong lebte. Zur damaligen Zeit lebte Lo Man Kam mit seiner Mutter und seinem Onkel auf einem Hof in dieser Provinz.  Später hatte er zehn Jahre Unterricht in einer der Schulen Yip Man´s in Hong Kong.

 

Sifu Lo berichtet manchmal darüber, wie das Training bei seinem Onkel gewesen ist, oder er erklärt eine Technik und sagt den Schülern, was sein Onkel damals dazu gesagt hat. Im Sommer diesen Jahres, wie eigentlich immer in dieser Zeit, weilten Sifu Marc Debus und Sifu Dr. Frank Kuhnecke von der German Lo Man Kam Wing Chun Association zum Training in Taipeh und berichten einiges vom Training vor Ort. Es ist also bei Weitem nicht das erste Mal, dass sie in der Schule ihres Sifus trainieren.

 

Das Training in Sifus Schule ist in zwei Trainingseinheiten unterteilt. Morgens von 10.00 bis 12.00 Uhr findet die „Morning class“ statt, die nicht so gut besucht ist wie die „Evening class“ von 20.00 bis 22.00 Uhr. In dieser Zeit wird viel Chi Sao trainiert und mit anderen zusammen an Formen und Kampftechniken gearbeitet. An den Nachmittagen gibt Sifu seinen deutschen Schülern, die auch in seinem Haus leben, häufig noch zusätzlich eine bis zwei Stunden Unterricht, um die Zeit des Aufenthaltes trainingsintensiv zu gestalten. Hierbei legt er viel Wert auf die Ausführung der Formen und korrigiert viele Details der einzelnen Techniken, damit sein Kung Fu in allen Feinheiten in Deutschland weitervermittelt werden kann.

 

Sifu kümmert sich intensiv um alle Schüler während der Trainingsklassen. Er korrigiert ständig Studenten und läuft zwischen den Trainierenden umher um das Training aller im Blick zu behalten. Er erklärt unermüdlich, wenn er das Gefühl hat eine Technik verbessern zu können. Manchen Schülern gibt er spezielle Aufgaben, um ihnen zu helfen einen Fehler zu beseitigen. Dies kann manchmal anstrengend sein, da Sifu Lo Man Kam erst dann ein weiteres Trainieren erlaubt, wenn er sieht, dass eine solche Übung verstanden worden ist und nun korrekt ausgeführt wird.

 

Als besondere Anstrengung kommen die klimatischen Bedingungen hinzu. Oft betragenTrainingsgroup Taipeh - Lo Man Kam Federation die Temperaturen zwischen 38 und 40 Grad. Alle ausländischen Schüler sind eine solche Hitze beim Training nicht gewohnt. Man benötigt viel Wasser um dem Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken. Hinzu kommen eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit und die Tatsache, dass es sich in der Nacht kaum abkühlt. In diesem Jahr konnten Marc Debus und Frank Kuhnecke zusätzlich noch einen starken Taifun in Taipeh erleben, der die Heimreise fast verhindert hätte. An einem der Tage war der Sturm so stark, dass kein Training auf dem Dach, wo sich Sifus Schule befindet, möglich war. Eine kleine Gruppe von 5 Personen trainierte stattdessen im Wohnzimmer von Sifu Lo Man Kams Wohnung. Auch andere Naturereignisse konnten wir schon in Taiwan erleben. Im Jahr 2009 wurden wir mit unserem Verbandskollegen Olaf Buschke des Nachts Zeuge eines starken Erdbebens, was die Gebäude in der Innenstadt wanken ließ.

 

Informationen finden sich auf der Internetseite der German Lo Man Kam Wing Chun Association : www.lomankam.de und auf unserer Facebook Seite unter: https://www.facebook.com/lomankam.german.association