Eine Armlänge Abstand

Eine Armlänge Abstand!

Ein Ausspruch der Kölner Oberbürgermeisterin zu den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof. Schlimm ist, dass so etwas überhaupt thematisiert werden muss, dass die Komfortzone eines Menschen in Bezug auf Nähe scheinbar kein Tabu mehr ist.

SelbsteverteidigungHierbei ist es völlig egal, welcher Rasse oder Religion Täter angehören, die sich hier über das demokratische Grundrecht, die Würde des Menschen ist unantastbar, hinwegsetzen. Die Silvesternacht 2015 hat in Köln nur einen Umstand auf die Spitze getrieben, der in den letzten Jahren immer häufiger zu beobachten ist. Gruppen von Menschen werden zu Tätern, gegenüber einzelnen, wehrlosen Personen.

Wir als Kampfkünstler lernen früh, reflexartig zu reagieren, wenn uns etwas zu nahe kommt, wenn etwas unseren Sicherheitsraum verletzt. Man lernt solche Übergriffe abzuwehren und Täter davon abzuhalten, der eigenen Person zu nahe zu kommen. Dadurch schützt man sich selbst und gibt dem Täter gleichzeitig zu verstehen, dass er nicht das nächste Opfer vor sich hat.

Leider lässt sich aus all den Übergriffen ersehen, dass meist wehrlose Menschen Opfer solcher Angriffe werden. Wehrlose Menschen, die vermutlich sogar einem Einzeltäter nichts entgegenzusetzen hätten. Die Tatsache ist erschreckend und abstoßend zugleich.

Ich kann in den letzten 25 Jahren, die ich Kampfkunst unterrichte, auf mehrere Schilderungen von Schülern zurückgreifen, die in ähnlichen Situationen körperlicher Gewalt entgehen konnten, weil die, bzw. der Täter feststellen musste kein einfaches Opfer vor sich zu haben, mit dem man seine Spielchen treiben kann. Schon das Gefühl, dass sich jemand zur Wehr setzen würde, hat die Täter von ihrem Vorhaben abgebracht. Das ist sicher nicht immer der Fall, aber manchmal reicht dies schon aus.

Gleichzeitig möchte ich hier aber auch davor warnen, nun auf überteuerte Selbstverteidigungskurse hereinzufallen, die versprechen, man könne sich nach drei bis zehn Stunden erfolgreich gegen jeden Täter zur Wehr setzen. Das Erlernen einer Kampfkunst bietet selbst nach Jahrzehnten keine hundertprozentige Garantie, aus einem Kampf unbeschadet hervorzugehen. Es kann immer Umstände geben, die man nicht vorhersehen kann und einem letztendlich zum Verlierer werden lässt. Sicher ist allerdings, dass das trainieren einer Kampfkunst die Chancen sich erfolgreich zu wehren, bzw. nicht zum Opfer zu werden immens verbessert, aber es bedarf auch kontinuierlichem Training und eiserner Disziplin daran zu arbeiten. Wünschenswerter wäre allerdings sicherlich die Rückbesinnung unserer Gesellschaft auf demokratische Grundwerte, um über die eigene Verteidigungsfähigkeit überhaupt nicht nachdenken zu müssen.

Am erfolgreichsten war das Training einer Kampfkunst dann, wenn man nach Jahren feststellt, dass die eigene Einstellung und das Auftreten, dass man durch die erlernte Kunst gewinnt, einen vor vielen Situationen bewahrt hat und es erst gar nicht zu Handgreiflichkeiten kam. Jeder nicht geführte Kampf ist ein gewonnener Kampf.

Ich persönlich kann nur jedem empfehlen eine Kampfkunst zu trainieren, um übergriffigen Personen im äußersten Notfall Paroli bieten zu können. Im Nachhinein ist es immer schwer Täter zu ermitteln und sie so zu überführen, dass sie die Konsequenzen für ihre Taten auch tragen müssen. Eventuell verringert sich die Anzahl solcher Übergriffe, wenn die Täter damit rechnen müssen weniger Opfer zu finden, sondern häufiger auf ebenbürtige Gegner treffen, die sich zu wehren wissen.

In einer Kampfkunstschule lernt man nicht nur wie man sich wehrt, sondern vor allem Respekt vor anderen Menschen und Mittrainierenden. Daraus entstehen oft Freundschaften und langjährige Sozialstrukturen. Meine Hoffnung ist es schon dadurch zur Verbesserung des sozialen Umgangs beizutragen um Kampfkunst nicht nur dafür zu unterrichten, dass man sich noch traut an Abenden das Haus zu verlassen.

Wir freuen uns über jeden der zu uns kommt, um zu lernen, wie er seine Komfortzone schützen kann. Dabei sind uns der Respekt und die gegenseitige Akzeptanz während des Trainings am wichtigsten. Es ist uns egal, welche Hautfarbe oder Religion ein Mitrainierender hat. Wir erlernen die gleiche Kunst und verlieren dabei nie die Achtung vor unseren Trainingspartnern. Die Schule meines Meisters Lo Man Kam wurde in einem Bericht der ´National Geographiks´ einst als „United Nation“ der Kampfkunst bezeichnet und so halten wir dies in unseren Schulen auch. Jeder ist herzlich eingeladen uns in Probetrainings in unseren Schulen kennenzulernen und danach zu entscheiden, ob er gerne Teil dieser Gemeinschaft sein möchte. Wir würden uns freuen.

Unsere Schulen und Trainingszeiten findet man unter:

www. http://lomankam.de/index.php/schulen

Sifu Marc Debus